Warum wir heute mehr denn je Gemeinschaft brauchen
Wir leben in einer Zeit, die von tiefgreifenden Veränderungen geprägt ist. Klimakrise, Digitalisierung, gesellschaftlicher Wandel. Diese hohe Komplexität, Dynamik und Dringlichkeit führen zu Überforderung und Hemmung individueller Wirksamkeit (100 prozent erneuerbar stiftung, 2022).
Viele Menschen spüren: Alleine reicht nicht mehr.
Doch genau hier entsteht neue Kraft für gemeinschaftliche Wirksamkeit.
Innovation Communities zeigen, was möglich wird, wenn Menschen sich zusammentun, Ressourcen teilen und gemeinsam Zukunft gestalten. Sie steigern Selbstwirksamkeit, schaffen reale Transformationsfortschritte und stärken Well-Being, demokratisches Vertrauen und langfristiges Engagement.
Was Innovation Communities so besonders macht
Innovation Communities sind Zusammenschlüsse engagierter Bürger:innen, Expert:innen, politischer und wirtschaftlicher Partner:innen, Wissenschaft und Organisationen. Sie sind offen, dynamisch, interdisziplinär und sie funktionieren dort, wo klassische Strukturen oft an Grenzen stoßen.
Ihr Geheimnis:
Sie verbinden Wissen, Ressourcen, soziale Unterstützung und kollektive Handlungsfähigkeit auf einzigartige Weise (Bokolo, 2024; Hachem-Vermette et al., 2024).
Die quantitative Studie der Universität Freiburg, des KIT und AllWeDo e.V. zeigt, wie stark diese Wirkung tatsächlich ist. Denn Innovation Communities…
- steigern die Selbstwirksamkeit der Beteiligten
- schaffen reale Transformationsfortschritte
- stärken Well-Being und Lebenszufriedenheit
- fördern demokratisches Vertrauen
- aktivieren langfristiges Engagement
Gemeinschaft kann das, was Einzelne nicht erreichen.
Sieben Faktoren, die erfolgreiche Innovation Communities ausmachen
Die Studie zeigt deutlich: Innovation Communities funktionieren nicht zufällig.
Es gibt klare Erfolgsfaktoren, die den Unterschied machen.
Input-Faktoren als Voraussetzung von Innovation Communities
1. Positive Kooperationskultur
Vertrauen, Offenheit, eine gemeinsame Haltung: „Wir schaffen das zusammen.“

2. Ein kooperatives Ökosystem
Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft arbeiten zusammen, statt nebeneinander und schaffen so Zugang zu neuen Ressourcen, Wissen und strukturellen Möglichkeiten.

Prozess-Faktoren zur gemeinschaftlichen Arbeitsweise
3. Positives Engagement
Menschen bringen sich vielfältig ein und vermeiden damit die Überlastung Einzelner – mit ihren Talenten, Ideen und ihrer Zeit.

4. Gesellschaftliche Vorreiterrolle
Strahlkraft, Mut und Inspiration durch innovative, sichtbare Impulse.

5. Agile Handlungsfähigkeit
Schnelle und transparente Entscheidungen; klare Verantwortlichkeiten.

Output-Faktoren für die erfolgreiche Wirkung
6. Gemeinsame Ausrichtung
Ein geteiltes Zukunftsbild mit langfristiger Sinnorientierung. Eine Richtung, die verbindet.

7. Innovative und hilfreiche Angebote
Direkter Mehrwert für Zielgruppen; praktische Lösungen, die vorher nicht existierten.

Diese sieben Faktoren wirken wie ein Motor: je besser sie zusammenspielen, desto stärker die Transformation.
Warum Unternehmen und Organisationen jetzt handeln sollten
Die Frage ist nicht mehr, ob sich Organisationen an der gesellschaftlichen Transformation beteiligen sollten, sondern wie.
Innovation Communities bieten dafür einen zentralen Hebel.
Für Unternehmen bedeutet das:
- Zugang zu innovativen Ideen und Netzwerken
- Stärkung der gesellschaftlichen Verantwortung
- Beitrag zur regionalen Zukunftsgestaltung
- Neue Formen der Zusammenarbeit mit Bürger:innen, Politik und Wissenschaft
Für Kommunen und Institutionen bedeutet es:
- Beteiligungsprozesse mit echter Wirksamkeit
- Demokratiestärkung vor Ort
- Schnellere Umsetzung von Transformationsprojekten
Für zivilgesellschaftliche Akteur:innen bedeutet es:
- Mehr Ressourcen, Mitstreiter:innen und Reichweite
- Professionellere Strukturen
- Höhere Stabilität und Sichtbarkeit
Gemeinschaft wird zum Wettbewerbsvorteil: sozial, ökologisch und ökonomisch.
Was wir anbieten, um diese Bewegung zu unterstützen
Aus der Studie wurden konkrete Angebote entwickelt, um Innovation Communities wirksam aufzubauen und langfristig zu begleiten:
- Nutzung des Fragebogens zur Evaluation: Wir bieten eine überarbeitete und optimierte Fassung des Fragebogens an. Dieser kann genutzt werden, um den erfolgreichen Start und die erfolgreiche Entwicklung von Transformationsprogrammen zu evaluieren, an denen verschiedene Akteure beteiligt sein sollen.
- Schulung und Empowerment für Innovation Communities: wirentwickeln Schulungen für Schlüsselpersonen, die Innovation Communities aufbauen, diese leiten und moderieren oder sich an diesen erfolgreich beteiligen wollen.
- Differenzierte Leitfäden: Wir entwickeln zusammen mit unseren wissenschaftlichen Kooperationspartnern detaillierte Anleitungen für den Aufbau, die Entwicklung und die Ausrichtung von Innovation Communities. Diese können zukünftig gerne bei uns erfragt werden.
- Langfristige Begleitung: Wir unterstützen gerne den Aufbau, die Leitung und Moderation von weiteren Innovation Communities zur erfolgreichen Umsetzung von wichtigen gesellschaftlichen Transformationsthemen – insbesondere, aber nicht ausschließlich zur Unterstützung der Klimawende.
- Politische und institutionelle Förderung: Wir kooperieren mit kommunalen Akteur:innen aus Politik und Verwaltung, um den erfolgreichen Aufbau von Innovation Communities durch gezielte Förderprogramme und optimale strukturelle Einbindung voranzutreiben.
Die zentrale Botschaft: Zukunft entsteht dort, wo Menschen gemeinsam handeln
Innovation Communities sind mehr als ein Projekt.
Sie sind eine Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit – und ein Versprechen:
Wenn wir uns zusammentun, können wir die Welt verändern. Schritt für Schritt. Lokal, mutig, wirksam.
Quellen:
100 prozent erneuerbar stiftung (Hrsg.). (2022). Projektbericht: Die Energiewende für alle. Wirkungslogiken für eine breitenwirksame Beschleunigung im Ausbau von dezentralen erneuerbaren Energien. Berlin. Verfügbar unter: https://100-prozent-erneuerbar.de/
Bokolo, A. (2024). The Role of Community Engagement in Urban Innovation Towards the Co-Creation of Smart Sustainable Cities. Journal of the Knowledge Economy, 15(1), 1592–1624. https://doi.org/10.1007/s13132-023-01176-1
Hachem-Vermette, C., Singh Grewal, K., Desthieux, G., Hasan, J., Yadav, S. & Wall, M. (2024). Strategies for the Design of New and Existing High Energy Performance Solar Neighborhoods. https://doi.org/10.18777/ieashc-task63-2024-0003
Holicki. (2021). Psychometrische Überprüfung eines Messinstruments zur Zukunftsfähigkeit von Organisationen.
